Avodah Zarah 104

Kapitel 104

א כיון דאיסורה בטיל טומאה נמי בטלה כי קא מיבעיא ליה תקרובת לעבודת כוכבים של אוכלין מאי כיון דאיסוריה לא בטיל כדרב גידל טומאה נמי לא בטלה או דלמא איסור דאורייתא לא בטיל טומאה דרבנן בטיל תיקו
1 denn da bei diesem das Verbot aufgehoben werden kann, so kann auch die Unreinheit aufgehoben werden, fraglich war es ihm nur hinsichtlich der aus Speisen bestehenden Götzenspende: wird, da nach R. Gidel bei dieser das Verbot nicht aufgehoben werden kann, auch die Unreinheit nicht aufgehoben, oder aber kann nur das Verbot nicht aufgehoben werden, da dieses aus der Tora ist, wohl aber die Unreinheit, die nur rabbanitisch ist? – Dies bleibt unentschieden.
ב בעא מיניה ר' יוסי בן שאול מרבי כלים ששימשו בהן בבית חוניו מהו שישתמשו בהן בבית המקדש
2 R. Jose b. Šaúl fragte Rabbi: Dürfen die Geräte, die im Ḥoniotempel verwandt worden sind, im Tempel verwandt werden?
ג וקא מיבעיא ליה אליבא דמ"ד בית חוניו לאו בית עבודת כוכבים היא דתנן כהנים ששימשו בבית חוניו לא ישמשו במקדש שבירושלים ואינו צריך לומר לדבר אחר
3 Diese Frage besteht nach demjenigen, welcher sagt, der Ḥoniotempel sei kein Götzentempel gewesen, denn wir haben gelernt: Die Priester, die im Ḥoniotempel Dienst verrichteten, durften keinen Dienst im Tempel zu Jerušalem verrichten, und um so weniger Priester, die dies für etwas anderes getan haben.
ד כהנים הוא דקנסינהו רבנן משום דבני דעה נינהו אבל כלים לא או דלמא לא שנא
4 Ist dies bei den Priestern nur eine von den Rabbanan ihnen auferlegte Maßregelung, da sie Verstand haben, und gilt nicht von Geräten, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?
ה א"ל אסורים הן ומקרא היה בידינו ושכחנוהו
5 Dieser erwiderte: Sie sind verboten; wir hatten einen Schriftvers [als Beleg] und haben ihn vergessen.
ו איתיביה (דברי הימים ב כט, יט) כל הכלים אשר הזניח המלך אחז במלכותו במעלו הכנו והקדשנו מאי לאו הכנו דאטבלינהו הקדשנו דאקדישננהו
6 Er wandte gegen ihn ein: <i>All die Geräte aber, die der König Aḥaz während seiner Regierung infolge seines Abfalls beiseite geworfen hatte, haben wir eingestellt und geheiligt</i>; doch wohl: <i>eingestellt</i>, durch Untertauchen, <i>und geheiligt</i>, wieder für das Heiligtum bestimmt!?
ז א"ל ברוך אתה לשמים שהחזרת לי אבדתי הכנו שגנזנום והקדשנו שהקדשנו אחרים תחתיהם
7 Da sprach dieser: Gesegnet seist du dem Himmel, daß du mir mein Verlorenes zurückgegeben hast. <i>Eingestellt</i>, nämlich versteckt, <i>und geheiligt</i>, andere statt dieser für das Heiligtum bestimmt.
ח לימא מסייע ליה מזרחית צפונית בה גנזו בית חשמונאי את אבני המזבח ששקצו אנשי יון ואמר רב ששת ששקצו לעבודת כוכבים
8 Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: In der nordöstlichen [Kammer] versteckten die Ḥašmonäer die Altarsteine, die die Griechen verunreinigt hatten, und R. Šešeth erklärte, verunreinigt durch Verwendung für den Götzendienst.
ט אמר רב פפא התם קרא אשכח ודרש דכתיב (יחזקאל ז, כב) ובאו בה פריצים וחללוה
9 R. Papa erwiderte: Diese fanden einen Schriftvers, den sie auslegten, denn es heißt: <i>und Räuber werden in dasselbe eindringen und es entweihen</i>.
י אמרי היכי נעביד ניתברינהו (דברים כז, ו) אבנים שלמות אמר רחמנא ננסרינהו (דברים כז, ה) לא תניף עליהם ברזל אמר רחמנא
10 Sie sagten dann: Was machen wir nun; zerschlagen wir sie, so sagt ja der Allbarmherzige: <i>ganze Steine</i>, behobeln wir sie, so sagt ja der Allbarmherzige: <i>du darfst kein Eisen darüber schwingen</i>. –
יא ואמאי ליתברינהו ולישקלינהו לנפשייהו מי לא אמר רב אושעיא בקשו לגנוז כל כסף וזהב שבעולם משום כספא ודהבא של ירושלים והוינן בה ירושלים הויא רובא דעלמא
11 Wieso denn, sie sollten sie doch zerschlagen und für sich behalten haben, sagte ja auch R. Oša͑ja, sie wollten alles Silber und alles Gold der Welt verstecken, wegen des Silbers und des Goldes Jerušalems, und auf unseren Einwand, Jerušalem sei ja nicht die Mehrheit der Welt,
יב אלא אמר אביי בקשו לגנוז דינרא הדרייאנא טוריינא שיפא מפני טבעה של ירושלים עד שמצאו לה מקרא מן התורה שהוא מותר ובאו בה פריצים וחללוה
12 erwiderte Abajje, sie wollten die abgebrauchten hadrianischen und trajanischen Denare verstecken, wegen der Prägungen [aus dem Golde] Jerušalems, da fanden sie in der Tora einen Schriftvers, daß es erlaubt sei: <i>und Räuber werden in dasselbe kommen und es entweihen</i>!? –
יג התם לא אשתמשו בהו לגבוה הכא כיון דאשתמש בהו לגבוה לאו אורח ארעא לאשתמושי בהו הדיוטא:
13 Diese waren nicht für Gott verwandt worden, jene waren aber für Gott verwandt worden, und es war daher nicht schicklich, daß ein Gemeiner sie gebrauche.
יד <big><strong>מתני׳</strong></big> עובד כוכבים מבטל עבודת כוכבים שלו ושל חבירו וישראל אין מבטל עבודת כוכבים של עובד כוכבים המבטל עבודת כוכבים מבטל משמשיה ביטל משמשיה משמשין מותרין והיא אסורה:
14 <b>E</b><small>IN NICHTJUDE KANN SEINEN</small> G<small>ÖTZEN UND DEN</small> G<small>ÖTZEN SEINES</small> N<small>ÄCHSTEN ENTHEILIGEN</small>, <small>EIN</small> J<small>ISRAÉLIT ABER KANN DEN</small> G<small>ÖTZEN EINES</small> N<small>ICHTJUDEN NICHT ENTHEILIGEN</small>. H<small>AT ER DEN</small> G<small>ÖTZEN ENTHEILIGT</small>, <small>SO HAT ER AUCH SEINE</small> D<small>IENSTGERÄTE ENTHEILIGT</small>; <small>HAT ER DIE</small> D<small>IENSTGERÄTE ENTHEILIGT</small>, <small>SO SIND DIESE ERLAUBT UND DER</small> G<small>ÖTZE SELBST VERBOTEN</small>.
טו <big><strong>גמ׳</strong></big> מתני ליה ר' לר"ש ברבי עובד כוכבים מבטל עבודת כוכבים שלו ושל חבירו א"ל רבי שנית לנו בילדותך עובד כוכבים מבטל עבודת כוכבים שלו ושל ישראל דישראל מי קא מבטלה והא (דברים כז, טו) ושם בסתר כתיב א"ר הילל בריה דרבי וולס לא נצרכה שיש לו בה שותפות
15 GEMARA. Rabbi lehrte seinen Sohn R. Šimo͑n: Ein Nichtjude kann seinen Götzen und den Götzen seines Nächsten entheiligen. Da sprach dieser: Meister, in deiner Jugend hast du uns gelehrt, ein Nichtjude könne seinen Götzen und den eines Jisraéliten entheiligen. – Kann denn der eines Jisraéliten entheiligt werden, es heißt ja: <i>und im Geheimen aufstellt</i>!? R. Hillel, Sohn des R. Valas, erwiderte: Dies bezieht sich auf den Fall, wenn er am Besitze desselben nur beteiligt ist. –
טז בילדותו מאי קסבר ובזקנותו מאי קסבר בילדותו סבר ישראל אדעתא דעובד כוכבים פלח כיון דעובד כוכבים מבטל דנפשיה דישראל נמי מבטלה ובזקנותו סבר ישראל אדעתא דנפשיה פלח כי מבטל עובד כוכבים דנפשיה דישראל לא בטיל
16 Welcher Ansicht war er in seiner Jugend und welcher Ansicht war er in seinem Alter? – In seiner Jugend war er der Ansicht, die Verehrung des Jisraéliten stütze sich auf die des Nichtjuden, und sobald der Nichtjude ihn entheiligt hat, hat ihn auch der Jisraélit entheiligt; in seinem Alter aber war er der Ansicht, der Jisraélit verehre ihn aus eigenem Antrieb, und wenn der Nichtjude ihn entheiligt, tue er dies nur für sich selbst, nicht aber für den Jisraéliten.
יז איכא דמתני לה אסיפא ישראל אינו מבטל עבודת כוכבים של עובד כוכבים פשיטא א"ר הילל בריה
17 Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: Ein Jisraélit aber kann den Götzen eines Nichtjuden nicht entheiligen. Selbstverständlich!? R. Hillel, Sohn des